ROI & Methodik

Zapier vs Make (Integromat): Welches Automatisierungstool passt zu Ihnen?

Detaillierter Vergleich von Zapier und Make für kleine Unternehmen. Preise, Funktionen, Einsatzgebiete. Mit Entscheidungshilfe und Beispielen.

14 Min. Lesezeit·Aktualisiert: 22.1.2026

Zapier und Make (früher Integromat) sind die beiden führenden No-Code-Automatisierungstools. Beide verbinden Apps, automatisieren Workflows und sparen Zeit - aber sie unterscheiden sich erheblich.

Welches ist das richtige für Ihr Unternehmen? Die Antwort hängt von Ihren Anforderungen, Ihrem Budget und Ihrer technischen Affinität ab.

Was Sie lernen:

  • Stärken und Schwächen beider Tools
  • Detaillierter Preisvergleich
  • Konkrete Anwendungsbeispiele
  • Klare Entscheidungshilfe

Kurz erklärt: Was machen diese Tools?

Das Prinzip:

Beide Tools verbinden verschiedene Apps miteinander und automatisieren Abläufe ohne Programmierung.

Beispiel:

  • Neue Bestellung in Shopify → Kundendaten in Google Sheets eintragen → Bestätigungsmail über Mailchimp senden → Slack-Nachricht ans Team

Ohne Tool: Manuell kopieren, eintragen, senden - 10 Minuten pro Bestellung

Mit Tool: Automatisch - 0 Minuten

Die Begriffe:

  • Zapier: "Zap" = Ein automatisierter Workflow, "Task" = Eine ausgeführte Aktion
  • Make: "Scenario" = Ein automatisierter Workflow, "Operation" = Eine ausgeführte Aktion

Zapier im Überblick

Gegründet: 2011

Firmensitz: USA

Integrationen: 6.000+ Apps

Stärken

1. Einfachste Bedienung

  • Intuitive Oberfläche
  • Schneller Einstieg (15 Minuten zum ersten Zap)
  • Gut dokumentiert mit vielen Vorlagen

2. Größte App-Bibliothek

  • 6.000+ unterstützte Apps
  • Selbst Nischen-Tools sind oft dabei
  • Neue Apps werden schnell hinzugefügt

3. Zuverlässigkeit

  • Sehr stabile Ausführung
  • Gute Fehlerbehandlung
  • 99.9% Uptime

4. AI-Features

  • Zapier AI für natürlichsprachliche Automatisierung
  • "Create a Zap that..." funktioniert überraschend gut

5. Support und Community

  • Umfangreiche Hilfe-Artikel
  • Aktive Community
  • Schneller Support (bei bezahlten Plänen)

Schwächen

1. Teuer bei hohem Volumen

  • Task-basierte Abrechnung
  • Kosten steigen schnell bei vielen Automatisierungen

2. Eingeschränkte Logik

  • Komplexe Verzweigungen schwierig
  • Filter und Bedingungen limitiert (in günstigen Plänen)
  • Schleifen nicht möglich

3. Keine visuelle Workflow-Ansicht

  • Lineare Darstellung
  • Bei komplexen Zaps unübersichtlich

4. Langsame Ausführung im Free-Plan

  • 15 Minuten Verzögerung (statt Echtzeit)

Preise (Stand 2026)

| Plan | Preis/Monat | Tasks/Monat | Zaps | Features |

|------|-------------|-------------|------|----------|

| Free | 0€ | 100 | 5 | Basis, 15 Min Delay |

| Starter | 19,99€ | 750 | 20 | Multi-Step, Filter |

| Professional | 49€ | 2.000 | Unbegrenzt | Paths, Custom Logic |

| Team | 69€/User | 50.000 | Unbegrenzt | Shared Workspaces |

| Enterprise | Auf Anfrage | Unbegrenzt | Unbegrenzt | SSO, Advanced |

Wichtig: Ein Task = Eine erfolgreiche Aktion. Ein 5-Schritt-Zap verbraucht 5 Tasks pro Ausführung.

Make (Integromat) im Überblick

Gegründet: 2012 (als Integromat), 2022 Rebranding zu Make

Firmensitz: EU (Tschechien)

Integrationen: 1.500+ Apps

Stärken

1. Visuelle Workflow-Erstellung

  • Drag-and-Drop Canvas
  • Verzweigungen und Schleifen sichtbar
  • Komplexe Logik übersichtlich

2. Deutlich günstiger

  • Mehr Operations pro Euro
  • Bei gleichem Budget 3-5x mehr Automatisierungen möglich

3. Mächtigere Logik

  • Unbegrenzte Verzweigungen (Router)
  • Schleifen (Iterator, Aggregator)
  • Komplexe Filter und Bedingungen

4. EU-Datenhaltung

  • Server in der EU
  • DSGVO-freundlicher
  • Für datensensible Branchen relevant

5. HTTP/Webhooks flexibel

  • Jede API anbindbar (auch ohne offizielle Integration)
  • Für technisch Versierte sehr mächtig

Schwächen

1. Steilere Lernkurve

  • Oberfläche wirkt technischer
  • Mehr Optionen = mehr Komplexität
  • Einarbeitung dauert länger

2. Kleinere App-Bibliothek

  • "Nur" 1.500 Apps
  • Manche Nischen-Tools fehlen
  • Aber: HTTP-Modul als Fallback

3. Interface manchmal langsam

  • Editor kann bei großen Szenarien laggen
  • Speichern dauert gelegentlich

4. Support auf Englisch

  • Kein deutschsprachiger Support
  • Dokumentation größtenteils Englisch

Preise (Stand 2026)

| Plan | Preis/Monat | Operations/Monat | Szenarien | Features |

|------|-------------|------------------|-----------|----------|

| Free | 0€ | 1.000 | 2 | Basis, 15 Min Interval |

| Core | 9€ | 10.000 | Unbegrenzt | 1 Min Interval |

| Pro | 16€ | 10.000 | Unbegrenzt | Full-text Search, Custom Variables |

| Teams | 29€ | 10.000 | Unbegrenzt | Team Features, Priority |

| Enterprise | Auf Anfrage | Unbegrenzt | Unbegrenzt | SSO, Dedicated |

Wichtig: Eine Operation = Ein Modul/Schritt. Aber: Filter und Router zählen nicht!

Direktvergleich: Feature für Feature

| Feature | Zapier | Make |

|---------|--------|------|

| Benutzerfreundlichkeit | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |

| Preis-Leistung | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |

| App-Anzahl | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |

| Komplexe Workflows | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |

| Visuelle Darstellung | ⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |

| Echtzeit-Ausführung | ⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |

| API-Flexibilität | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |

| DSGVO/EU | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |

| Support (Deutsch) | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐ |

| Dokumentation | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐ |

Preisvergleich: Konkretes Beispiel

Szenario: Kleines Unternehmen mit diesen Automatisierungen:

  • E-Mail → CRM (50x/Monat)
  • Neue Bestellung → Buchhaltung + Bestätigung (100x/Monat, 3 Schritte)
  • Formulare → Google Sheets + Slack (30x/Monat, 3 Schritte)
  • Kalenderbuchung → WhatsApp-Bestätigung (80x/Monat, 2 Schritte)

Bei Zapier:

  • 50 + (100×3) + (30×3) + (80×2) = 50 + 300 + 90 + 160 = 600 Tasks/Monat
  • → Starter-Plan: 19,99€/Monat

Bei Make:

  • 50 + (100×3) + (30×3) + (80×2) = 600 Operations/Monat
  • → Free-Plan reicht (1.000 Operations)! Sonst Core: 9€/Monat

Ersparnis mit Make: 10-20€/Monat bei gleichem Ergebnis

Bei höherem Volumen wird der Unterschied noch größer.

Wann Zapier die bessere Wahl ist

Zapier wählen wenn:

1. Sie Einsteiger sind

  • Erste Automatisierung überhaupt
  • Keine technische Erfahrung
  • Schnelle Ergebnisse wichtiger als Optimierung

2. Sie bestimmte Apps brauchen

  • Prüfen Sie vorher, ob Ihre Apps unterstützt werden
  • Zapier hat mehr Nischen-Integrationen

3. Sie wenig automatisieren

  • Unter 750 Tasks/Monat
  • Einfache, lineare Workflows
  • Starter-Plan reicht

4. AI-Unterstützung wichtig ist

  • Zapier AI erstellt Zaps aus Beschreibungen
  • Weniger manuelles Setup nötig

5. Deutschsprachiger Support wichtig ist

  • Bessere deutsche Dokumentation
  • Community-Support auf Deutsch verfügbar

Typische Zapier-Nutzer:

  • Solopreneure mit 5-10 einfachen Automationen
  • Teams, die schnell starten wollen
  • Unternehmen mit speziellen App-Anforderungen

Wann Make die bessere Wahl ist

Make wählen wenn:

1. Budget wichtig ist

  • Gleiche Automation für weniger Geld
  • Bei wachsendem Volumen skalierbar

2. Komplexe Workflows nötig sind

  • Verzweigungen ("wenn X, dann Y, sonst Z")
  • Schleifen (mehrere Datensätze verarbeiten)
  • Fehlerbehandlung wichtig

3. Sie technisch affin sind

  • Grundverständnis von Datenstrukturen
  • Bereitschaft, sich einzuarbeiten
  • Spaß an Optimierung

4. DSGVO/Datenschutz kritisch ist

  • Gesundheitswesen, Finanzbranche
  • Kundendaten verarbeiten
  • EU-Server bevorzugt

5. API-Integration nötig ist

  • Apps ohne offizielle Integration anbinden
  • Webhooks empfangen und verarbeiten

Typische Make-Nutzer:

  • Agenturen mit vielen Automatisierungen
  • Technisch versierte Unternehmer
  • Unternehmen mit komplexen Prozessen

Beispiel-Workflows im Vergleich

So sehen typische Workflows in beiden Tools aus:

Einfacher Workflow: Lead-Erfassung

Prozess: Formular-Eintrag → CRM + E-Mail

In Zapier (3 Schritte):

  1. Trigger: Typeform - New Entry
  2. Action: HubSpot - Create Contact
  3. Action: Gmail - Send Email

→ Einrichtung: 15 Minuten

→ Kosten: 3 Tasks pro Eintrag

In Make (3 Module):

  1. Trigger: Typeform - Watch Responses
  2. Action: HubSpot - Create a Contact
  3. Action: Gmail - Send an Email

→ Einrichtung: 20 Minuten (etwas mehr Konfiguration)

→ Kosten: 3 Operations pro Eintrag

Fazit: Bei einfachen Workflows kaum Unterschied.

Komplexer Workflow: Bestellverarbeitung

Prozess: Neue Bestellung → Lagerbestand prüfen → Wenn verfügbar: Versand beauftragen, sonst: Nachbestellung + Kunde informieren

In Zapier:

  • Braucht "Paths" Feature (ab Professional-Plan: 49€/Monat)
  • Zwei separate Pfade konfigurieren
  • Unübersichtlich bei mehr Verzweigungen

In Make:

  • Router-Modul (kostenlos in allen Plänen)
  • Visuell: Zwei Zweige vom Router abgehend
  • Einfach erweiterbar für weitere Bedingungen

Fazit: Make deutlich besser für Logik mit Bedingungen.

Batch-Verarbeitung: Monatlicher Report

Prozess: Alle Bestellungen des Monats → Zusammenfassen → PDF erstellen → Per E-Mail senden

In Zapier:

  • Schwierig: Keine nativen Schleifen
  • Workaround mit "Looping" (nur Enterprise)
  • Oder: Externe Lösung nötig

In Make:

  • Search Module: Alle Bestellungen abrufen
  • Aggregator: Zusammenfassen
  • PDF Module: Dokument erstellen
  • Email: Versenden

→ Native Lösung ohne Workarounds

Fazit: Make klar überlegen bei Batch-Verarbeitung.

Migration: Von einem zum anderen wechseln

Von Zapier zu Make:

  • Workflows müssen neu gebaut werden (kein Import)
  • Aber: Lernkurve machbar, wenn Sie Zapier kennen
  • Tipp: Parallel laufen lassen, dann umschalten

Von Make zu Zapier:

  • Komplexe Szenarien verlieren Funktionalität
  • Kosten steigen wahrscheinlich
  • Selten sinnvoll (außer bei App-Verfügbarkeit)

Empfehlung:

Starten Sie mit dem Tool, das zu Ihren aktuellen Anforderungen passt. Wechsel ist möglich, aber aufwändig.

Alternativen zu beiden

Kurz erwähnt, falls weder Zapier noch Make passen:

n8n (Self-Hosted)

  • Kostenlos (eigener Server nötig)
  • Sehr mächtig, Open Source
  • Für technisch Versierte

Microsoft Power Automate

  • Wenn Sie Microsoft 365 nutzen
  • Gut integriert in Office-Welt
  • Weniger externe Integrationen

Pipedream

  • Für Entwickler
  • Code-basiert mit visueller Option
  • Großzügiger Free-Plan

Für die meisten kleinen Unternehmen bleiben Zapier und Make die besten Optionen.

Unsere Empfehlung

Starten Sie mit Make wenn:

  • Budget begrenzt ist
  • Sie bereit sind, 2-3 Stunden zu investieren
  • Ihre Workflows Verzweigungen brauchen werden

Starten Sie mit Zapier wenn:

  • Sie sofort loslegen wollen
  • Sie eine bestimmte App brauchen, die nur Zapier hat
  • Einfachheit wichtiger ist als Kostenoptimierung

Konkret:

  1. Listen Sie Ihre gewünschten Automatisierungen auf
  2. Prüfen Sie, ob alle Apps in beiden Tools verfügbar sind
  3. Starten Sie mit dem Free-Plan beider Tools und testen Sie
  4. Entscheiden Sie nach 2 Wochen basierend auf Ihrem Gefühl

Beide Tools haben großzügige Free-Plans. Nutzen Sie diese zum Testen.

Fazit

Zapier und Make sind beide exzellente Tools - die Wahl hängt von Ihren Prioritäten ab.

Zapier:

  • Einfacher Einstieg
  • Mehr Apps
  • Teurer bei Volumen

Make:

  • Günstiger
  • Mächtiger bei komplexen Workflows
  • Steilere Lernkurve

Die wichtigsten Punkte:

  1. Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Apps unterstützt werden
  2. Rechnen Sie die Kosten für Ihr erwartetes Volumen durch
  3. Testen Sie beide mit dem Free-Plan
  4. Wählen Sie nach 2 Wochen Erfahrung

Unser Tipp für kleine Unternehmen:

Starten Sie mit Make, wenn Sie etwas technisches Interesse haben. Die Investition in die Lernkurve zahlt sich durch niedrigere Kosten und mehr Flexibilität aus.

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