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E-Mail-Workflows mit Make erstellen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Automatische E-Mail-Workflows mit Make (früher Integromat) einrichten. Von der ersten Automation bis zu komplexen Sequenzen - praktische Anleitung für Einsteiger.

14 Min. Lesezeit·Aktualisiert: 21.1.2026

E-Mails manuell versenden kostet Zeit. Ob Willkommens-Mail an neue Kunden, Follow-up nach einem Meeting oder Benachrichtigung bei wichtigen Ereignissen - all das lässt sich automatisieren.

Make (früher Integromat) ist eines der besten Tools dafür. In dieser Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deinen ersten E-Mail-Workflow erstellst.

Was du brauchst:

  • Ein kostenloses Make-Konto
  • Eine E-Mail-Adresse (Gmail, Outlook oder andere)
  • Optional: Ein weiteres Tool als Trigger (CRM, Formular, etc.)

Was ist Make und warum E-Mail-Workflows?

Make erklärt:

Make ist ein visuelles Automatisierungstool. Du verbindest verschiedene Apps und Tools, um automatische Abläufe (Workflows) zu erstellen. Keine Programmierung nötig.

Typische E-Mail-Workflows:

  • Willkommens-Mail: Neuer Newsletter-Abonnent → automatische Begrüßung
  • Follow-up nach Formular: Kontaktanfrage → Bestätigung + interne Benachrichtigung
  • Erinnerungen: Termin in 24h → automatische Erinnerung an Teilnehmer
  • Status-Updates: Auftrag abgeschlossen → automatische Info an Kunden
  • Interne Benachrichtigungen: Neue Bestellung → E-Mail an Team

Vorteile von Make:

  • Visueller Editor (wie Flussdiagramm)
  • 1.500+ App-Integrationen
  • Kostenloser Plan für Einsteiger
  • Flexibler als Zapier bei komplexen Workflows

Schritt 1: Make-Account erstellen

Registrierung:

  1. Gehe zu make.com
  2. "Get started free" klicken
  3. Mit E-Mail registrieren oder Google/Microsoft nutzen
  4. E-Mail bestätigen
  5. Kurze Einführung durchgehen

Kostenloser Plan beinhaltet:

  • 1.000 Operations pro Monat
  • Unbegrenzte Szenarien
  • 2 aktive Szenarien gleichzeitig
  • 5-Minuten-Intervall für Überprüfungen

Tipp: Der kostenlose Plan reicht für einfache Workflows völlig aus. Erst bei mehr Volumen oder kürzeren Intervallen upgraden.

Schritt 2: Erstes Szenario erstellen

Wir bauen einen einfachen Workflow: Neue Zeile in Google Sheets → E-Mail senden

Dieses Muster ist die Basis für viele Workflows.

Neues Szenario anlegen

  1. Im Dashboard: "Create a new scenario" klicken
  2. Du siehst einen leeren Arbeitsbereich mit einem "+"
  3. Klicke auf das "+" um den ersten Schritt hinzuzufügen

Konzept verstehen:

  • Trigger: Was löst den Workflow aus? (z.B. neue Zeile in Tabelle)
  • Aktion: Was passiert dann? (z.B. E-Mail senden)
  • Module: Die einzelnen Schritte in deinem Workflow

Workflows laufen von links nach rechts.

Trigger einrichten: Google Sheets

  1. Klicke auf das "+"
  2. Suche nach "Google Sheets"
  3. Wähle "Watch Rows" (Neue Zeilen beobachten)
  4. Klicke auf "Create a connection"

Google-Konto verbinden:

  • "Sign in with Google" klicken
  • Google-Konto auswählen
  • Berechtigungen erlauben
  • Verbindung wird hergestellt

Spreadsheet und Sheet wählen:

  • Spreadsheet: Wähle deine Google-Tabelle
  • Sheet: Wähle das richtige Tabellenblatt
  • "Contains headers": Auf "Yes" setzen (wenn erste Zeile Überschriften hat)
  • "Limit": Auf 10 setzen (für Tests)

Speichern und weiter zum nächsten Schritt.

Aktion einrichten: E-Mail senden

  1. Klicke auf das "+" rechts neben Google Sheets
  2. Suche nach "Email" oder deinem E-Mail-Provider
  3. Für Gmail: Wähle "Gmail" → "Send an Email"
  4. Für andere: "Email" → "Send an email" (über SMTP)

Gmail verbinden:

  • "Create a connection" klicken
  • "Sign in with Google"
  • Berechtigungen erlauben

E-Mail konfigurieren:

  • To: Klicke ins Feld → wähle aus den Google Sheets Daten (z.B. die E-Mail-Spalte)
  • Subject: Gib einen Betreff ein (z.B. "Willkommen bei [Firma]")
  • Content: Schreibe deine E-Mail

Dynamische Inhalte nutzen:

Klicke in ein Textfeld und wähle Daten aus Google Sheets:

  • "Hallo {Name}," - wobei {Name} aus der Tabelle kommt
  • Links erscheinen Variablen aus dem vorherigen Schritt

Schritt 3: Workflow testen

Bevor du den Workflow aktivierst, teste ihn:

Test durchführen:

  1. Klicke unten links auf "Run once"
  2. Make sucht nach neuen Daten in Google Sheets
  3. Wenn keine Daten: Füge eine Test-Zeile in deine Tabelle ein
  4. Klicke erneut auf "Run once"

Ergebnis prüfen:

  • Grüner Haken: Schritt erfolgreich
  • Roter Kreis: Fehler (klicken für Details)
  • Zahlen zeigen Operations (verbrauchte Einheiten)

Bei Erfolg:

  • Prüfe den E-Mail-Posteingang des Empfängers
  • Sind alle Daten korrekt übertragen?
  • Sieht die E-Mail gut aus?

Bei Fehlern:

  • "Error" klicken für Details
  • Häufig: Fehlende Berechtigungen oder falsche Feldauswahl
  • Verbindung prüfen und neu autorisieren

Tipp: Für Tests eine eigene E-Mail-Adresse als Empfänger nutzen.

Schritt 4: Workflow aktivieren

Wenn der Test erfolgreich war:

Zeitplan festlegen:

  1. Klicke unten links auf das Uhr-Symbol (Scheduling)
  2. Wähle das Intervall:

- "Immediately" (bei manchen Triggern)

- Alle 15 Minuten (kostenloser Plan)

- Alle 5 Minuten (kostenloser Plan)

- Sofort (erfordert Webhook oder bestimmte Trigger)

Aktivieren:

  1. Schalter unten links auf "ON" stellen
  2. Der Workflow ist jetzt aktiv
  3. Make prüft regelmäßig auf neue Daten

Was passiert jetzt:

  • Alle X Minuten prüft Make auf neue Zeilen
  • Bei neuer Zeile: E-Mail wird gesendet
  • Du wirst über Fehler benachrichtigt (per E-Mail)

Monitoring:

  • Im Dashboard siehst du alle Durchläufe
  • Klicke auf ein Szenario für Details
  • "History" zeigt vergangene Ausführungen

Praktisches Beispiel: Kontaktformular → Bestätigung + Benachrichtigung

Ein häufiger Anwendungsfall:

Der Workflow

Ablauf:

  1. Besucher füllt Kontaktformular aus
  2. Automatisch: Bestätigungs-E-Mail an Besucher
  3. Automatisch: Benachrichtigung an dich/Team

Module im Workflow:

  • Webhook (empfängt Formulardaten) ODER
  • Google Sheets/Airtable (wenn Formular dort speichert)
  • Gmail: E-Mail an Kunden
  • Gmail: E-Mail an dich

Einrichtung mit Webhook

Schritt 1: Webhook erstellen

  1. Neues Szenario erstellen
  2. "Webhooks" → "Custom webhook" wählen
  3. "Create a webhook" klicken
  4. Namen vergeben (z.B. "Kontaktformular")
  5. URL kopieren (wird später ans Formular gegeben)

Schritt 2: Bestätigungs-E-Mail

  1. "+" klicken → Gmail → "Send an Email"
  2. To: Aus Webhook-Daten (email-Feld)
  3. Subject: "Danke für deine Anfrage!"
  4. Content:

Hallo {Name},

vielen Dank für deine Anfrage. Wir haben folgende Nachricht erhalten:

"{Nachricht}"

Wir melden uns so schnell wie möglich bei dir.

Viele Grüße

[Dein Team]

Schritt 3: Interne Benachrichtigung

  1. "+" klicken → Gmail → "Send an Email"
  2. To: deine-email@firma.de
  3. Subject: "Neue Kontaktanfrage von {Name}"
  4. Content:

Neue Anfrage eingegangen:

Name: {Name}

E-Mail: {Email}

Telefon: {Telefon}

Nachricht: {Nachricht}

[Link zum CRM oder zur Bearbeitung]

Schritt 4: Formular verbinden

Die Webhook-URL im Kontaktformular eintragen:

  • Typeform: Webhook-Integration
  • Google Forms: Google Sheets als Zwischenschritt
  • WordPress-Formulare: Webhook-Ziel-URL eintragen

Erweiterungen: Filter und Bedingungen

Nicht jede Zeile sollte die gleiche E-Mail bekommen:

Filter hinzufügen

Beispiel: Nur E-Mails senden, wenn das Feld "Status" = "Neu" ist.

  1. Klicke auf die Verbindungslinie zwischen zwei Modulen
  2. "Set up a filter" wählen
  3. Bedingung definieren:

- Feld: Status (aus vorherigem Modul)

- Operator: "Equal to"

- Wert: "Neu"

  1. "OK" klicken

Der Filter:

  • Lässt nur passende Daten durch
  • Andere Daten werden übersprungen
  • Spart Operations

Router für verschiedene Wege

Beispiel: Verschiedene E-Mails je nach Anfragetyp.

  1. "Router" Modul hinzufügen (nach dem Trigger)
  2. Router erstellt mehrere Wege
  3. Jeder Weg bekommt einen Filter:

- Weg 1: Typ = "Angebot" → Angebots-E-Mail

- Weg 2: Typ = "Support" → Support-E-Mail

- Weg 3: Typ = "Allgemein" → Standard-E-Mail

So geht's:

  1. "+" → "Flow control" → "Router"
  2. Vom Router: Klicke auf "+" für ersten Weg
  3. Filter auf der Verbindung definieren
  4. E-Mail-Modul anhängen
  5. Wiederholen für weitere Wege

Praktisches Beispiel: Automatische Follow-up-Sequenz

E-Mail-Sequenzen sind mächtig für Marketing und Vertrieb:

Einfache 3-E-Mail-Sequenz

Ziel: Nach Anmeldung 3 E-Mails über 7 Tage senden.

Der Trick: Zeitverzögerung in Make oder externes Tool.

Variante A: Mit Make-Delay (einfacher)

  1. Trigger: Neue Anmeldung
  2. E-Mail 1: Sofort (Willkommen!)
  3. Delay: 3 Tage warten
  4. E-Mail 2: (Tipps/Mehrwert)
  5. Delay: 4 Tage warten
  6. E-Mail 3: (Angebot/CTA)

Hinweis: Make-Delay verbraucht Operations und ist im Free-Plan begrenzt.

Variante B: Mit Datumsfeld (flexibler)

  1. Bei Anmeldung: Datum in Tabelle speichern
  2. Separates Szenario prüft täglich:

- "Anmeldedatum = heute - 3 Tage" → E-Mail 2

- "Anmeldedatum = heute - 7 Tage" → E-Mail 3

Mit E-Mail-Marketing-Tool

Für komplexere Sequenzen empfehlen wir ein echtes E-Mail-Tool:

Empfehlungen:

  • Brevo (ehem. Sendinblue): Kostenlos bis 300 Mails/Tag, gute Automatisierung
  • Mailerlite: Kostenlos bis 1.000 Abonnenten, einfach zu nutzen
  • ActiveCampaign: Ab 29€, sehr mächtige Automatisierung

Make als Brücke:

  1. Make nimmt Anmeldung entgegen
  2. Make fügt Kontakt zu Brevo/Mailerlite hinzu
  3. E-Mail-Tool übernimmt die Sequenz

Vorteil: Bessere E-Mail-Zustellung, Abmeldelinks, Statistiken.

Häufige Fehler vermeiden

Diese Fehler machen Einsteiger oft:

Fehler 1: Endlosschleifen

  • Problem: Trigger löst Aktion aus, die wieder Trigger auslöst
  • Beispiel: "Neue Zeile → Update Zeile → Neue Zeile erkannt..."
  • Lösung: Filter nutzen oder "Watch"-Module richtig konfigurieren

Fehler 2: Fehlende Fehlerbehandlung

  • Problem: Workflow stoppt bei Fehler, du merkst es nicht
  • Lösung: "Error handler" hinzufügen oder E-Mail-Benachrichtigung aktivieren

Fehler 3: Zu viele Operations verbraucht

  • Problem: Kostenloser Plan schnell aufgebraucht
  • Lösung: Filter früh im Workflow, unnötige Module entfernen

Fehler 4: Ungetestete Workflows live schalten

  • Problem: Fehler bei echten Kunden
  • Lösung: IMMER mit "Run once" testen, Testdaten nutzen

Fehler 5: Keine Variablen/Daten verknüpft

  • Problem: E-Mails sind leer oder haben Platzhalter
  • Lösung: Variablen aus vorherigen Schritten korrekt auswählen

Nächste Schritte

Nach dem ersten erfolgreichen Workflow:

Kurzfristig:

  • Weitere einfache Workflows erstellen
  • Mit Filtern und Bedingungen experimentieren
  • Verschiedene Apps integrieren (CRM, Kalender, etc.)

Mittelfristig:

  • Router für komplexe Verzweigungen nutzen
  • Error Handler einrichten
  • Workflows für Team-Mitglieder dokumentieren

Langfristig:

  • Webhook-basierte Echtzeit-Automatisierung
  • Integration mit eigenem System per API
  • Make als zentrale Automatisierungsplattform

Weitere Workflow-Ideen:

  • Neue Leads → CRM + Willkommens-E-Mail + Slack-Benachrichtigung
  • Neue Bestellung → Rechnung erstellen + Versandbestätigung
  • Termin gebucht → Kalender + Vorbereitung-E-Mail + Erinnerung
  • Negatives Feedback → Sofort-Benachrichtigung an Geschäftsführung

Fazit

E-Mail-Workflows mit Make sparen Zeit und sorgen für konsistente Kommunikation. Der Einstieg ist einfach, die Möglichkeiten sind groß.

Zusammenfassung:

  1. Make-Account erstellen (kostenlos starten)
  2. Erstes Szenario: Trigger → E-Mail
  3. Testen mit "Run once"
  4. Aktivieren mit Zeitplan
  5. Erweitern mit Filtern und mehreren Aktionen

Typische Ergebnisse:

  • Sofortige E-Mail-Antworten auf Anfragen
  • Keine vergessenen Follow-ups
  • Konsistente Kommunikation

Zeit zum Einrichten: Ein bis zwei Stunden für den ersten Workflow. Danach geht es schneller.

Der erste Workflow ist der schwierigste. Danach wird es einfacher.

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