Die Speisekarte ist das Herzstück jedes Restaurants – aber auch ein administrativer Albtraum. Preise anpassen, Allergene aktualisieren, saisonale Änderungen einpflegen, Druckkosten für neue Karten...
Mit Menü-Automatisierung wird das einfacher: Digitale Speisekarten, die sich automatisch aktualisieren. Software, die Preise basierend auf Wareneinsatz kalkuliert. Systeme, die Ihr Menü überall gleichzeitig ändern – Website, Google, Lieferportal.
Dieser Guide zeigt, wie Sie Ihr Menü-Management automatisieren und dabei 5-8 Stunden pro Woche sparen.
Automatische Preiskalkulation
Der nächste Level der Menü-Automatisierung:
Wareneinsatz-basierte Preise
Das Prinzip:
- Rezeptur im System hinterlegen (500g Rindfleisch, 200g Kartoffeln, ...)
- Einkaufspreise pflegen
- Wareneinsatz wird automatisch berechnet
- System schlägt Verkaufspreis vor (z.B. 3× Wareneinsatz)
Vorteile:
- Preise immer aktuell bei Einkaufspreis-Änderungen
- Keine Gerichte mehr unter Wert verkaufen
- Transparente Kalkulation
Tools:
- Fillet
- Apicbase
- Lightspeed (mit Rezeptur-Modul)
- Excel/Sheets mit Formeln
Dynamische Preisanpassung
Fortgeschrittene Automatisierung:
- Lieferantenpreise steigen? → Automatische Warnung
- System schlägt neuen Preis vor
- Sie genehmigen → alle Kanäle aktualisiert
Happy Hour automatisch:
- Von 15-17 Uhr automatisch -20% auf alle Getränke
- Auf digitaler Speisekarte, Website, Google
- Um 17:01 wieder Normalpreis
Noch nicht überall verfügbar, aber einige Premium-Systeme bieten es.
Implementierung: Schritt für Schritt
So führen Sie Menü-Automatisierung ein:
Phase 1: Grundlagen (Woche 1-2)
Schritt 1: Bestandsaufnahme
- Alle Gerichte auflisten
- Preise, Beschreibungen, Allergene sammeln
- Fotos machen (wenn nicht vorhanden)
Schritt 2: Zentrale Datenbank anlegen
- Tool auswählen (Notion, Airtable, oder spezialisierte Software)
- Alle Gerichte einpflegen
- Struktur: Name, Kategorie, Preis, Beschreibung, Allergene, Bild
Schritt 3: Digitale Speisekarte erstellen
- Aus Datenbank generieren
- QR-Codes für Tische drucken
Phase 2: Integration (Woche 3-4)
Schritt 4: Website verbinden
- Speisekarte auf Website einbinden
- Automatische Aktualisierung einrichten
- SEO prüfen (Text nicht nur Bild)
Schritt 5: Google Business aktualisieren
- Menü bei Google Business pflegen
- Regelmäßige Updates planen
Schritt 6: Lieferportale (wenn relevant)
- Menü auf allen Portalen aktualisieren
- Oder: Aggregator wie Deliverect einrichten
Phase 3: Optimierung (laufend)
Schritt 7: Automatisierungen einrichten
- Tagesgericht → automatisch Social Media
- Preisänderung → automatisch überall
- Ausverkauft → automatisch als "nicht verfügbar"
Schritt 8: Team schulen
- Wer darf Menü ändern?
- Wie funktioniert das System?
- Was passiert bei Fehlern?
Schritt 9: Analyse nutzen
- Welche Gerichte werden am meisten angesehen?
- Welche Gerichte laufen schlecht?
- Preisoptimierung basierend auf Daten
Fazit
Menü-Automatisierung ist kein Luxus für große Restaurantketten – auch kleine Restaurants profitieren. Der Schlüssel ist die zentrale Datenhaltung: Ein System, das alle Ausgabekanäle bedient.
Meine Empfehlung:
Für kleine Restaurants:
- Starten Sie mit einer einfachen Lösung (Notion + QR-Code)
- Wechseln Sie zu spezialisierter Software, wenn Sie wachsen
Für etablierte Restaurants:
- Kassensystem mit Menü-Modul (Lightspeed, Orderbird)
- Integration mit Website und Lieferportalen
Für Delivery-fokussierte Betriebe:
- Deliverect oder ähnlicher Aggregator
- Zentrales Menü für alle Plattformen
Ihr nächster Schritt:
- Listen Sie alle Stellen auf, an denen Ihr Menü erscheint
- Prüfen Sie, ob überall die gleichen Informationen stehen
- Entscheiden Sie sich für ein zentrales System
- Starten Sie mit der Digitalisierung
In einem Monat haben Sie ein System, das Ihnen bei jeder Menü-Änderung Stunden spart – und Ihre Gäste sehen immer die aktuellsten Informationen.